Bei einem Stromausfall sichern Sie zuerst Licht, Information und Kommunikation mit Stirnlampe, Kurbel- oder Batterieradio und Powerbank. Für mehr als einen Tag ergänzt eine Powerstation einzelne Geräte, ein Notstromaggregat darf nur im Freien laufen. Laut Bundesnetzagentur dauerte ein ungeplanter Ausfall 2024 im Schnitt 11,7 Minuten je Anschluss, das BBK rechnet in der Regel mit wenigen Stunden, hält aber auch Tage für möglich.
Stromausfälle sind selten und meist kurz. Trotzdem lohnt sich die Vorbereitung, denn ohne Strom fallen Licht, Heizungspumpen, Kühlschrank, Herd und oft auch Mobilfunk und Wasserversorgung aus. Gute Blackout-Vorsorge heißt nicht, das ganze Haus mit Notstrom zu versorgen. Sie heißt, wenige wichtige Funktionen getrennt abzusichern. Dieser Beitrag zeigt, was bei einem längeren Stromausfall wirklich hilft. Er vergleicht Powerbank, Powerstation, Aggregat, Solar, Batterien und Kerzen und rechnet die Laufzeit mit echten Zahlen vor. Auch die Sicherheit kommt nicht zu kurz. Eine Übersicht zum Packen finden Sie in der Stromausfall-Checkliste.
Wie lange dauert ein Stromausfall in Deutschland?
Die Bundesnetzagentur misst die Versorgungsqualität mit dem SAIDI-Wert (System Average Interruption Duration Index). Er gibt an, wie viele Minuten pro Jahr ein angeschlossener Letztverbraucher im Durchschnitt ohne Strom war. Der neueste veröffentlichte Wert stammt vom 9. Oktober 2025 und betrifft das Jahr 2024.
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Versorgungsunterbrechungen Strom in Deutschland (Bundesnetzagentur)
| Kennzahl | Wert |
|---|---|
| Durchschnittliche Unterbrechung je Letztverbraucher 2024 | 11,7 Minuten |
| Durchschnittliche Unterbrechung 2023 | 12,8 Minuten |
| Zehnjähriges Mittel | 12,7 Minuten |
| Gemeldete Versorgungsunterbrechungen 2024 | 164.645 durch 830 Netzbetreiber (Nieder- und Mittelspannung) |
| Was gezählt wird | Ungeplante Unterbrechungen über drei Minuten, ohne höhere Gewalt wie Extremereignisse |
Rein rechnerisch war Strom damit in 2024 zu rund 99,998 Prozent der Zeit verfügbar. Das ist eine eigene Rechnung auf Basis der Zahlen. Die Bundesnetzagentur zählt das deutsche Netz im Vergleich mit den Nachbarländern zu den zuverlässigsten. Ein Durchschnitt über alle Anschlüsse sagt aber wenig über den Einzelfall. Ein einzelner langer Ausfall in einem Gebiet fällt im Bundesmittel kaum auf, trifft die Betroffenen jedoch voll.
Ein Beispiel ist der Ausfall im Berliner Südwesten im Januar 2026. Nach einem Brand an einer Kabelbrücke waren laut Senatsverwaltung 45.400 Haushalte und 2.200 Gewerbekunden ohne Strom. Für 35.000 Anschlüsse rechnete man mit Reparaturen bis zum 8. Januar. Auch die Fernwärme war betroffen, weil die Pumpen ohne Strom die Wärme nicht zuverlässig in die Gebäude transportieren konnten.
Das BBK ordnet es so ein: In der Regel werden Stromausfälle in wenigen Stunden behoben, in Notsituationen mit großflächigen Schäden kann es aber auch einmal Tage dauern. Unsere Einordnung: Planen Sie als Basis für 72 Stunden und bauen Sie bei Bedarf aus. Wie wahrscheinlich solche Lagen sind, beschreibt der Beitrag Wie wahrscheinlich sind Stromausfall, Hochwasser und Lieferengpässe?.
Was fällt bei einem Stromausfall aus?
Das BBK zeigt im Ratgeber „Vorsorgen für Krisen und Katastrophen“ (Stand 11/2025), wie viele Bereiche an der Steckdose hängen. Die folgende Tabelle ordnet jedem Bereich eine erste Gegenmaßnahme zu.
Was ohne Strom ausfällt und was dann hilft
| Bereich | Was passiert | Erste Gegenmaßnahme |
|---|---|---|
| Licht | Lampen bleiben aus | Stirnlampe, Campinglampe, Ersatzbatterien |
| Information | Fernseher und netzbetriebenes Radio bleiben aus | Kurbel- oder Batterieradio, Autoradio |
| Kommunikation | Mobilfunk und Internet können gestört sein, viele Warnkanäle fallen aus | Powerbank, Telefonliste auf Papier |
| Wärme | Heizung bleibt aus, Pumpen und Steuerung brauchen Strom | Ein Raum, Decken, Schlafsäcke |
| Kühlung | Kühlschrank geht aus | Tür geschlossen halten, Verderbliches zuerst essen |
| Kochen | Elektroherd bleibt aus | Campingkocher nur im Freien, kalte Küche |
| Wasser | Wasserwerke brauchen Strom, die Leitung kann ausfallen | Wasservorrat |
| Bezahlen | Geldautomaten und Kartenzahlung funktionieren nicht | Bargeld im Haus |
Zum Thema Wasser lesen Sie den Beitrag Wasser im Notvorrat lagern. Wie lange Kühlschrank und Gefrierschrank kalt bleiben, behandelt der Abschnitt zu Wärme und Kühlung weiter unten. Außerdem schalten Sie sofort nach Eintritt des Ausfalls Herd, Backofen, Bügeleisen, Wasserkocher und andere Heizgeräte aus. Das rät das BBK, damit sie beim Wiederkehren des Stroms nicht unkontrolliert anlaufen.
Welche Prioritäten gelten bei einem längeren Stromausfall?
Sichern Sie nicht alles gleichzeitig. Bewährt hat sich diese Reihenfolge, die zu den Empfehlungen des BBK passt:
- Licht: Orientierung und Sicherheit im Dunkeln. Ohne Licht steigt das Unfallrisiko im Haushalt. Eine Stirnlampe lässt die Hände frei.
- Information: Ein Radio ohne Steckdose sagt Ihnen, wie lange der Ausfall dauert und was die Behörden empfehlen. Das BBK nennt Kurbel-, Auto- und batteriebetriebene Radios.
- Wärme: Im Winter wird sie nach unserer Einordnung schneller wichtig als Strom für Geräte. Warme Kleidung, Decken und ein gemeinsamer Raum helfen laut BBK, die Heizung eine Zeit lang zu ersetzen.
- Kühlung: Sie ist der größte Stromverbraucher dieser Liste, aber selten das, wofür sich Notstrom lohnt. Verbrauchen Sie Verderbliches zuerst.
- Kommunikation: Ein geladenes Handy ist wichtig, doch das Netz selbst kann ausfallen. Halten Sie Kontakte auf Papier bereit und laden Sie die Powerbank vor dem Ausfall auf.
Dieselbe Logik gilt für das, was Sie nach Eintritt des Ausfalls tun. Eine Schritt-für-Schritt-Anleitung bietet der Beitrag Längerer Stromausfall: Was tun zuerst und danach?. Wie Sie den Bedarf für mehrere Tage planen, erklärt Stromreserven für mehrere Tage planen.
Welche Ersatzlösungen gibt es im Vergleich?
Keine Lösung deckt alles ab. Die Tabelle ordnet die gängigen Möglichkeiten nach Leistung, Einsatzort und Sicherheit. Die Werte für Powerstations stammen aus der Prüfung der Stiftung Warentest (Meldung vom 7. Januar 2026). Dort lagen elf Geräte bei 400 bis 644 Wattstunden Energie.
Notstrom-Lösungen im Vergleich
| Lösung | Leistung und Energie | Einsatzort | Sicherheit | Gut für |
|---|---|---|---|---|
| Powerbank | Eine Powerbank mit 10.000 Milliamperestunden speichert bei 3,7 Volt rechnerisch rund 37 Wattstunden. Nutzbar ist weniger. | Überall, auch im Innenraum | Geringes Risiko, nicht in Hitze oder mit beschädigtem Akku nutzen | Handy, kleine Lampen, Radio per USB |
| Powerstation | Im Warentest-Feld 400 bis 644 Wattstunden laut Anbieter, Leistung etwa 300 bis 700 Watt | Innenraum, trocken und frostfrei | Keine Abgase, Akku vor Hitze und Nässe schützen, Hinweise des Herstellers beachten | Router, Licht, Laptop, Ladegeräte |
| Notstromaggregat | Hohe Leistung im Kilowattbereich, Laufzeit nur durch den Kraftstoff begrenzt | Nur im Freien | Kohlenmonoxid, Lärm, Brandgefahr beim Tanken, nie ans Hausnetz anschließen | Größere Lasten, sehr lange Ausfälle |
| Solar (Modul mit Powerbank oder Powerstation) | Ertrag abhängig von Wetter und Jahreszeit | Balkon, Garten, Fensterbank | Geringes Risiko | Nachladen von Speichern über mehrere Tage |
| Batterien und Akkus | Wenig Energie je Zelle, aber sofort einsatzbereit | Überall | Trocken lagern, Pole nicht kurzschließen, keine Typen mischen | Stirnlampe, Radio, Taschenlampe |
| Kerzen | Licht, kaum Wärme | Innenräume mit Aufsicht | Offene Flamme, Brandrisiko, Sauerstoffverbrauch | Ergänzung, nicht Hauptlicht |
Zur Powerbank lesen Sie Powerbank im Notfall: Wie lange hält die Laufzeit wirklich?. Wie Sie Geräte laden, wenn der Strom ganz fehlt, steht in Geräte laden ohne Strom. Eine Übersicht von Powerstations finden Sie in der Bestenliste Powerstations im Vergleich.
Warum keine komplette Hausversorgung?
Das BBK rät in der Broschüre „Stromausfall – Vorsorge und Selbsthilfe“, sich bei der Notstromversorgung von einem Fachbetrieb beraten zu lassen. Für die meisten Haushalte ist eine gezielte Absicherung einzelner Geräte günstiger, sicherer und einfacher als eine Vollversorgung. Sie brauchen dafür keine feste Installation.
Wie rechnen Sie die Laufzeit aus?
Die Laufzeit hängt von der Energie im Speicher und der Leistung der Geräte ab. Diese Faustformel genügt für die Planung:
Laufzeit in Stunden = Kapazität in Wattstunden × 0,85 ÷ Leistung in Watt
Der Faktor 0,85 steht für Verluste. Ein Speicher liefert nie seine volle Nennkapazität, weil die Spannung gewandelt wird. Die Stiftung Warentest erklärt, dass die Wandlung auf 230 Volt Wechselstrom Energie frisst. Wer per USB lädt, nutzt den Speicher besser. Das BBK nennt in einer Studie zur autarken Notstromversorgung außerdem, dass der Wirkungsgrad von Wechselrichtern bei geringer Last sinkt. Bei 14 Prozent der Nennleistung kommen rund 5 Prozent zusätzlicher Verlust dazu. Der Wert 0,85 ist deshalb eine Schätzung auf der sicheren Seite, kein Messwert.
Typische Verbraucher als Größenordnung
Die Leistungswerte stammen aus der BBK-Studie „Autarke Notstromversorgung der Bevölkerung unterhalb der KRITIS-Schwelle“ (Praxis im Bevölkerungsschutz, Band 19, Stand der Studie 2015). Moderne Geräte liegen oft darunter. Prüfen Sie Ihre Geräte am Typenschild oder mit einem Messgerät. Die Laufzeit gilt für einen Speicher mit 500 Wattstunden Nennkapazität.
Laufzeit mit 500 Wattstunden (Faktor 0,85)
| Verbraucher | Leistung | Laufzeit |
|---|---|---|
| WLAN-Router | 7,6 Watt | rund 56 Stunden |
| LED-Lampe (Camping) | 9 Watt | rund 47 Stunden |
| Radio mit Netzteil | 14 Watt | rund 30 Stunden |
| Notebook im Sparmodus | 17,6 Watt | rund 24 Stunden |
| Alle vier zusammen | 48,2 Watt | rund 9 Stunden |
| Kühlschrank mit Gefrierfach (rund 0,5 Kilowattstunden pro Tag) | im Mittel rund 21 Watt, Anlaufstrom deutlich höher | rund 20 Stunden |
| Heizlüfter oder Wasserkocher (ab 1.000 Watt) | 1.000 Watt und mehr | weniger als 30 Minuten |
Beim Kühlschrank zählt der Anlaufstrom. Laut BBK-Studie kann der Strom beim Start des Kompressors bis zum Siebenfachen des normalen Betriebsstroms betragen, in anderen Messungen auch das Fünf- bis Zehnfache. Ein 100-Watt-Kühlschrank braucht deshalb einen Wechselrichter für mindestens 700 Watt. Außerdem gilt: Der Tagesverbrauch ergibt sich nicht aus 24 Stunden mal Leistung, denn der Kompressor schaltet ab. Die BBK-Studie nennt im Mittel 0,34 Kilowattstunden pro Tag für kleine Kühlschränke, 0,5 für Geräte mit Gefrierfach und 0,77 für Kühl-Gefrier-Kombinationen. Ein Speicher mit 500 Wattstunden trägt also einen Kühlschrank knapp einen Tag und sonst nichts.
Beispielrechnung für zwei Tage
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- Router: 7,6 Watt × 24 Stunden = 182 Wattstunden
- LED-Lampe: 9 Watt × 6 Stunden = 54 Wattstunden
- Radio: 14 Watt × 4 Stunden = 56 Wattstunden
- Zwei Smartphone-Ladungen: 2 × 15 Wattstunden = 30 Wattstunden. Der Wert von 15 Wattstunden ergibt sich aus den Angaben der Stiftung Warentest, nach denen 500 Wattstunden etwa 33 Smartphone-Ladungen ergeben.
Das sind 322 Wattstunden pro Tag, also 645 Wattstunden in zwei Tagen. Geteilt durch 0,85 ergibt das rund 760 Wattstunden. Mit Reserve passt dazu eine Powerstation ab etwa 1.000 Wattstunden. Ob der Router im Ausfall etwas bringt, hängt davon ab, ob das Netz selbst noch läuft. Das BBK weist darauf hin, dass Mobilfunk und Internet ausfallen können. Strom sparen hilft bei jedem Speicher, wie der Beitrag Strom sparen im Blackout zeigt. Fachbegriffe wie Wattstunde oder SAIDI erklärt das Glossar.
Wie sichern Sie Licht, Information und Kommunikation?
Diese drei Bereiche brauchen wenig Energie und sind der beste Einstieg. Das BBK nennt in seiner Checkliste Taschenlampe mit Ersatzbatterien, Kerzen und Feuerzeug, ein solar- oder batteriebetriebenes Radio oder Kurbelradio, eine installierte Warn-App wie NINA, eine aufgeladene Powerbank und eine Liste wichtiger Telefonnummern auf Papier.
- Licht: Eine Stirnlampe hält die Hände frei und passt in jede Schublade. Lampen für Räume ergänzen sie. Welche Lichtquellen sich eignen, beschreibt Welche Lichtquellen eignen sich im Notfall am besten?. Stirnlampen vergleicht die Bestenliste Stirnlampen im Vergleich.
- Information: Das BBK betont, dass Auto-, Kurbel- und batteriebetriebene Radios funktionieren, weil sie keinen Strom aus der Steckdose brauchen. Ob und wann sich ein Notfallradio lohnt, erklärt Notfallradio sinnvoll. Geräte vergleichen Sie in der Bestenliste Kurbelradios im Vergleich.
- Kommunikation: Laden Sie Handy und Powerbank, sobald Sie von einer Warnung oder einem drohenden Ausfall erfahren. Drucken Sie wichtige Nummern aus. Das BBK weist darauf hin, dass bei Stromausfall viele Warnkanäle nicht funktionieren.
- Batterien: Halten Sie die passenden Typen vorrätig und lagern Sie sie trocken. Hilfe bei Typ und Menge gibt Ersatzbatterien lagern.
Wer nicht alles einzeln zusammensuchen will, kann ein Komplettset wählen. Blackout-Boxen bündeln typischerweise Licht, Radio und Zubehör in einer Kiste. Prüfen Sie vor dem Kauf, welche Teile enthalten sind und ob sie zu Ihrem Haushalt passen. Eine Auswahl finden Sie in der Bestenliste Blackout-Boxen im Vergleich.
Wie halten Sie Wärme und Kühlung ohne Strom?
Bei der Kühlung hilft Disziplin mehr als Technik. Die Verbraucherzentrale Niedersachsen (Stand 4. August 2026) rät, Kühl- und Gefrierschrank möglichst selten zu öffnen. Je nach Füllstand und Isolierung bleibt die Kälte im Kühlschrank etwa vier bis sechs Stunden erhalten. Gefrierschränke halten die Temperatur bei geschlossener Tür oft bis zu 48 Stunden, besonders wenn sie gut gefüllt sind. Steigt die Temperatur über 4 Grad Celsius, vermehren sich Bakterien schneller. Verbrauchen Sie leicht verderbliche Lebensmittel zuerst. Was zuerst schlecht wird, zeigt der Beitrag Lebensmittel verderben bei Stromausfall.
Bei der Wärme gilt: Wählen Sie einen Raum zum Aufenthalt und halten Sie die Türen geschlossen. Nutzen Sie warme Kleidung, Decken und Schlafsäcke. Das empfiehlt das BBK. Welche Heizalternativen sinnvoll sind und welche nicht, vergleicht Heizen bei Stromausfall.
Wie nutzen Sie Notstrom sicher?
Notstrom wird gefährlich, wenn man ihn falsch einsetzt. Drei Regeln gelten immer.
Notstromaggregate gehören nur ins Freie
Das BBK schreibt in „Stromausfall – Vorsorge und Selbsthilfe“ (Stand Januar 2019), dass herkömmliche Notstromerzeuger wie Dieselgeneratoren wegen Geräusch- und Abgasentwicklung nicht in Innenräumen betrieben werden dürfen. Die Abgase enthalten Kohlenmonoxid. Das Gas ist farb- und geruchlos und kann lebensgefährlich sein. Stellen Sie das Gerät deshalb im Freien auf, mit Abstand zu Fenstern, Türen und Lüftungsöffnungen. Garage, Keller und Carport sind keine sicheren Standorte. Lagern Sie Kraftstoff nur in zugelassenen Behältern und außerhalb der Wohnräume. Tanken Sie nur bei abgestelltem, abgekühltem Gerät. Ein CO-Melder in der Wohnung ist eine zusätzliche Sicherheit, ersetzt aber nicht den richtigen Aufstellort. Mehr dazu lesen Sie in CO-Melder im Notfall. Aggregate vergleicht die Bestenliste Notstromaggregate im Vergleich.
Keine Einspeisung ins Hausnetz ohne Elektrofachkraft
Verbinden Sie weder Aggregat noch Powerstation selbst mit Steckdosenkreisen, Verteilung oder Hausanschluss. Eine Rückspeisung ins Netz gefährdet Menschen, die am Netz arbeiten, und kann Ihre Geräte zerstören. Eine feste Notstromlösung mit sauberer Netztrennung plant und errichtet nur eine Elektrofachkraft, in Abstimmung mit dem Netzbetreiber. Das BBK empfiehlt ebenfalls, sich bei der Notstromversorgung von einem Fachbetrieb beraten zu lassen. Für den Selbstgebrauch gilt: Schließen Sie einzelne Geräte direkt an das Aggregat oder die Powerstation an und bleiben Sie unter der angegebenen Dauerleistung.
Kerzen, offene Flammen und Brandschutz
Bei einem Stromausfall steigt das Brandrisiko, wenn Kerzen oder gasbetriebene Licht- und Wärmequellen im Einsatz sind, so das BBK. Lassen Sie offene Flammen nie unbeaufsichtigt. Lüften Sie regelmäßig, weil Flammen Sauerstoff verbrauchen. Rauchmelder gehören in jeden Wohnraum. Legen Sie Löschmittel wie Feuerlöscher oder Löschdecke bereit. Stellen Sie Kerzen standfest auf nicht brennbare Unterlagen und halten Sie Abstand zu Vorhängen. Batteriebetriebene Lampen sind besonders in Haushalten mit Kindern und Haustieren die sicherere Wahl. Praxisregeln beschreibt Kerzen im Notfall sicher nutzen. Wer gasbetriebene Heizquellen nutzt, achtet laut BBK auf Sauerstoffmangel- und Zündsicherung und installiert zusätzlich einen Kohlenmonoxid-Warnmelder. Grill oder Campingkocher gehören nie in die Wohnung.
Was Sie kaufen sollten
Gehen Sie in Stufen vor und kaufen Sie erst die nächste, wenn die vorherige sitzt:
- Stufe 1, Basis: Stirnlampe, Kurbel- oder Batterieradio, Ersatzbatterien, Powerbank, Telefonliste auf Papier. Das deckt Licht, Information und Kommunikation. Vergleichen Sie Stirnlampen und Kurbelradios. Wenn Sie lieber ein fertiges Set wollen, hilft die Übersicht Blackout-Boxen.
- Stufe 2, Speicher: Eine Powerstation für Router, Laptop, Lampen und Ladegeräte. Rechnen Sie Kapazität und Leistung mit der Formel oben. Hilfe bietet die Bestenliste Powerstations im Vergleich.
- Stufe 3, Aggregat: Nur wenn Sie einen Außenstellplatz haben, Kraftstoff sicher lagern können und mehr Leistung oder mehr Tage brauchen. Vergleichen Sie Notstromaggregate.
Wasser, Lebensmittel und Menge für Ihre Personenzahl berechnen Sie im Notvorrat-Rechner.
Mehr zum Thema im Bereich Strom & Licht · Passend dazu: Längerer Stromausfall: Was tun zuerst und danach? Zeitplan · Regionalen Blackout erkennen: Die wichtigsten Warnsignale
Wie lange Ihre Geräte an einer Powerstation laufen, berechnet der Powerstation-Laufzeitrechner mit den BBK-Werten für Router, Radio und Kühlschrank.
Häufige Fragen
Wie lange dauert ein Stromausfall in Deutschland im Durchschnitt?
Laut Bundesnetzagentur lag die durchschnittliche Unterbrechung 2024 bei 11,7 Minuten je Letztverbraucher, 2023 bei 12,8 Minuten. Der Wert zählt nur ungeplante Unterbrechungen über drei Minuten ohne höhere Gewalt. Einzelne Ausfälle können deutlich länger dauern, das BBK hält auch Tage für möglich.
Was ist bei einem Stromausfall am wichtigsten?
Zuerst brauchen Sie Licht, ein Radio ohne Steckdose und ein geladenes Handy. Danach folgen Wärme, Kühlung und weitere Geräte. Schalten Sie außerdem Herd, Backofen und andere Heizgeräte aus, damit sie beim Wiederkehren des Stroms nicht unkontrolliert anlaufen.
Wie lange hält eine Powerstation bei einem Stromausfall?
Die Faustformel lautet: Kapazität in Wattstunden mal 0,85, geteilt durch die Leistung in Watt. Bei 500 Wattstunden läuft ein Router mit 7,6 Watt rund 56 Stunden, ein Kühlschrank mit Gefrierfach etwa 20 Stunden. Heizgeräte mit 1.000 Watt und mehr leeren den Speicher in unter einer halben Stunde.
Darf ich ein Notstromaggregat in der Garage oder im Keller betreiben?
Nein. Laut BBK dürfen Dieselgeneratoren und ähnliche Notstromerzeuger wegen Abgasen und Lärm nicht in Innenräumen laufen. Das Kohlenmonoxid ist farb- und geruchlos und kann lebensgefährlich sein. Stellen Sie das Gerät im Freien auf, mit Abstand zu Fenstern, Türen und Lüftungsöffnungen.
Kann ich eine Powerstation selbst an die Hausverteilung anschließen?
Nein. Eine Einspeisung ins Hausnetz darf nur eine Elektrofachkraft mit sauberer Netztrennung planen und errichten. Fehler gefährden Menschen, die am Netz arbeiten, und können Geräte zerstören. Schließen Sie einzelne Geräte direkt an die Powerstation an.
Reicht eine Powerbank für einen Stromausfall?
Für einige Handyladungen, eine kleine Lampe oder ein USB-Radio reicht sie. Eine Powerbank mit 10.000 Milliamperestunden speichert rechnerisch rund 37 Wattstunden, nutzbar ist etwas weniger. Router, Laptop oder Kühlschrank betreiben Sie damit nicht sinnvoll.
Wie lange bleibt der Kühlschrank bei Stromausfall kalt?
Laut Verbraucherzentrale Niedersachsen bleibt die Kälte bei geschlossener Tür je nach Füllstand und Isolierung etwa vier bis sechs Stunden erhalten. Ein Gefrierschrank hält die Temperatur oft bis zu 48 Stunden. Öffnen Sie beide Geräte so selten wie möglich.
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Quellen
- Bundesnetzagentur: Versorgungsunterbrechungen Strom in 2024 gegenüber Vorjahr gesunken, Pressemitteilung vom 9. Oktober 2025
- Bundesnetzagentur: Kennzahlen der Versorgungsunterbrechungen Strom, Stand 9. Oktober 2025
- Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK): Vorsorgen für Krisen und Katastrophen, Ratgeber, 2. Auflage, Stand 11/2025
- BBK: Vorsorge und Handeln bei Stromausfall, Webseite, abgerufen im Oktober 2026
- BBK: Stromausfall – Vorsorge und Selbsthilfe, Stand Januar 2019
- BBK: Autarke Notstromversorgung der Bevölkerung unterhalb der KRITIS-Schwelle, Praxis im Bevölkerungsschutz, Band 19, Studie der Helmut-Schmidt-Universität, 2015
- Stiftung Warentest: Mobile Stromspeicher im Test, Meldung vom 7. Januar 2026
- Verbraucherzentrale Niedersachsen: Verpflegung bei Stromausfall: Vorräte sichern, Tiefkühlkost retten und ohne Strom kochen, Stand 4. August 2026
- Senatsverwaltung für Wirtschaft, Energie und Betriebe Berlin: Stromausfall im Berliner Südwesten, Pressemitteilung vom 3. Januar 2026











