Kurz beantwortet
Für die meisten Haushalte reicht ein Radio mit UKW, AAA-Batterien als Reserve und einer Kurbel als letzter Notquelle. Wer vorausplanen will, wählt zusätzlich DAB+. Wichtiger als Zusatzfunktionen sind guter Empfang, eine nachvollziehbare Laufzeit und Ersatzbatterien im Schrank. Die Kurbel ist nur eine Reserve: Für wenige Minuten Radio kurbelst du deutlich länger.
- Haushalt Standard: Philips TAR1609/00. Bekannte Marke mit Akku, AAA-Reserve, Kurbel und Solarzelle, dazu UKW und ein Handbuch mit konkreten Laufzeitangaben.
- Mit DAB+ und großem Akku: ROCAM CR1030DAB. DAB+ und UKW, laut Hersteller 12.000 mAh als Powerbank, dazu Laden per USB-C und Notbetrieb mit AAA-Batterien.
- Klein und leicht: SZPACMATE 086 Handkurbel-Notfallradio. Mit rund 230 Gramm das leichteste Gerät der Liste, dazu Kurzwelle und drei Ladewege für den Notfallrucksack.
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Bei einem längeren Stromausfall fallen zuerst Router und Fernseher aus, später oft auch das Mobilfunknetz. Das BBK weist darauf hin: Wenn Mobilfunknetz und Internet nicht mehr funktionieren, fallen auch Warn-Apps und Handy-Warnungen aus. Radiosender funktionieren dann weiter. Deshalb steht in der BBK-Checkliste ein solar- oder batteriebetriebenes Radio inklusive Batterien oder ein Kurbelradio (Ratgeber „Vorsorgen für Krisen und Katastrophen“, Stand 11/2025).
Hier findest du vier Notfallradios, die ohne Steckdose funktionieren, geordnet nach Einsatz: ein Standardgerät mit Batterie-Reserve, zwei Modelle mit DAB+ und ein besonders kompaktes Gerät mit Kurzwelle. Die technischen Werte stammen aus den Produktdaten und Herstellerangaben. Wo es Herstellerversprechen sind, steht das dabei. Eigene Messungen haben wir nicht gemacht. Zu den vorgestellten Modellen haben wir außerdem keine veröffentlichten Testergebnisse gefunden, deshalb vergeben wir keine Noten.
- DatenbasisHerstellerangaben aus Datenblatt und Produktseite
- Ausgewertet8 Quellen (unten verlinkt)
- Kein LabortestWir testen nicht selbst und sagen das offen
Die Modelle im Vergleich
| Modell | Empfang | Energiequellen | Akku | Gewicht | Besonderheit | Angebot |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Philips TAR1609 | UKW, AM | Akku, 3 AAA, Kurbel, Solar | 2.000 mAh | ca. 450 g | Bis zu 32 h mit Akku (laut Hersteller) | Ansehen* |
| ROCAM CR1030DAB | DAB+, UKW | Akku, USB-C, 3 AAA, Kurbel, Solar (laut Titel) | 12.000 mAh (laut Hersteller) | ca. 700 g | Powerbank, Farbdisplay, IPX6 (laut Hersteller) | Ansehen* |
| ROCAM CR1009PRO DAB | DAB/DAB+, UKW | Akku, USB, 3 AAA, Kurbel, Solar | 5.000 mAh | ca. 410 g | Bis zu 26 h (laut Hersteller), IPX4 | Ansehen* |
| SZPACMATE 086 | UKW, AM, Kurzwelle | Akku, USB-C, Kurbel, Solar | 2.000 mAh | ca. 230 g | Sehr kompakt, SOS-Alarm | Ansehen* |
Unsere Empfehlungen im Detail
Philips TAR1609/00
Das Philips-Radio ist die einfachste Lösung der Liste: analoger Empfang, ausziehbare Antenne und vier Energiewege. Besonders hilfreich ist das Handbuch, das Laufzeiten und die Kurbelleistung konkret beziffert. Für Haushalte, die ein solides Standardgerät suchen, ist es der Einstieg.
Stärken
- Akku, drei AAA-Batterien, Kurbel und Solarzelle: Du kannst mit Vorratsbatterien jederzeit neu starten
- Bis zu 32 Stunden Radio mit Akku und bis zu 12 Stunden mit AAA bei halber Lautstärke (Herstellerangaben)
- USB-Ausgang zum Notladen kleiner Geräte, dazu Taschenlampe und SOS-Alarm mit Blinklicht
- Analoge Bedienung mit Drehregler: auch unter Stress leicht zu verstehen
Schwächen
- Kein DAB+, nur UKW und AM; AM-Programme gibt es in Deutschland kaum noch
- Der 2.000-mAh-Akku taugt nur begrenzt als Powerbank, und die Kurbel ist laut Handbuch aufwendig: rund 25 Minuten kurbeln für etwa 60 Minuten Radio
- Empfang: UKW, AM (analog)
- Akku: 2.000 mAh Lithium-Ionen
- Laufzeit Akku: bis zu 32 h (Hersteller)
- Laufzeit AAA: bis zu 12 h (Hersteller)
- Kurbel: 25 Min. kurbeln ≈ ca. 60 Min. Radio (Hersteller)
- Gewicht: ca. 450 g
ROCAM CR1030DAB
Das größte Gerät der Liste empfängt DAB+ und UKW und hat laut Hersteller einen Akku mit 12.000 mAh, der als Powerbank dienen kann. Geladen wird per USB-C, Kurbel oder mit AAA-Batterien als Notbetrieb. Farbdisplay und Bluetooth sind Komfort, den du im Ernstfall nicht brauchst.
Stärken
- DAB+ und UKW mit 80 Speicherplätzen (40 DAB+, 40 UKW)
- Großer Akku (12.000 mAh laut Hersteller) für Radio und Smartphone-Notladung
- Laden per USB-C, Kurbel oder drei AAA-Batterien
- 5-Watt-Taschenlampe plus Leselicht, 120-dB-SOS-Alarm und IPX6-Schutz (laut Hersteller)
Schwächen
- Mit rund 700 g schwer und deutlich größer als die übrigen Geräte
- Kurbel- und Solarleistung werden nicht beziffert. Einen so großen Akku füllst du realistisch nur per USB-C
- Empfang: DAB+, UKW
- Akku: 12.000 mAh (Hersteller)
- Laden: USB-C, Kurbel, 3 AAA
- Licht: 5-W-Lampe plus Leselicht
- Schutz: IPX6 (Hersteller)
- Gewicht: ca. 700 g
ROCAM CR1009PRO DAB
Die kleinere DAB+-Variante mit 5.000 mAh ist handlicher als das 12.000-mAh-Modell und kommt mit vier Lademöglichkeiten. Sie passt für Haushalte, die DAB+ wollen, aber kein Schwergewicht im Schrank brauchen.
Stärken
- DAB, DAB+ und UKW mit 60 Speicherplätzen (30 DAB, 30 UKW)
- Mit rund 410 g handlicher als die 12.000-mAh-Variante
- Bis zu 26 Stunden Betrieb bei halber Lautstärke (Herstellerangabe)
- Laden per USB, Kurbel, Solarpanel oder drei AAA-Batterien
Schwächen
- Nur IPX4: Schutz vor Spritzwasser, kein Untertauchen
- DAB+ und Display brauchen Strom: Die Herstellerlaufzeit von 26 Stunden liegt trotz 5.000 mAh unter der des Philips (32 Stunden)
- Empfang: DAB, DAB+, UKW
- Akku: 5.000 mAh
- Laufzeit: bis zu 26 h bei 50 % Lautstärke (Hersteller)
- Laden: USB, Kurbel, Solar, 3 AAA
- Schutz: IPX4
- Gewicht: ca. 410 g
SZPACMATE 086 Handkurbel-Notfallradio
Das SZPACMATE-Radio ist das leichteste Gerät der Liste und empfängt UKW, AM und Kurzwelle. Es eignet sich als Zweitgerät für den Notfallrucksack, weniger als Hauptgerät für lange Ausfälle.
Stärken
- Mit rund 230 g sehr leicht und klein
- Drei Ladewege: Kurbel, Solarpanel und USB-C
- Zusätzlich Kurzwelle für internationale Sender
- LED-Lampe, SOS-Alarm und Ladefunktion für das Handy
Schwächen
- Kein DAB+, und in den Produktdaten ist kein Batteriebetrieb genannt: Bei leerem Akku bleiben Kurbel, Solar oder USB-C
- Keine Angaben zu Laufzeit und Kurbelleistung; die Werte lassen sich nicht einordnen
- Empfang: UKW, AM, Kurzwelle
- Akku: 2.000 mAh
- Laden: Kurbel, Solar, USB-C
- Licht: LED-Taschenlampe, SOS-Alarm
- Gewicht: ca. 230 g
Worauf du beim Kauf eines Kurbelradios achten solltest
Ein Notfallradio hat eine Aufgabe: Es soll dich informieren, wenn Strom, Internet und Mobilfunk gestört sind. Alles andere ist Zugabe. Diese Punkte entscheiden.
Empfang: UKW, DAB+ oder mehr?
UKW ist bisher der einfachste Weg zu lokalen Sendern. Laut BBK soll DAB+ die analogen UKW-Frequenzen ab 2031 (Schleswig-Holstein) bis 2037 ersetzen. Ein Radio mit DAB+ und UKW ist deshalb die vorausschauende Wahl. DAB+ braucht etwas mehr Strom und guten Empfang am Wohnort, bietet dafür mehr Programme. AM (Mittel- und Langwelle) spielt in Deutschland kaum noch eine Rolle: Deutschlandradio hat die Mittelwelle Ende 2015 abgeschaltet. Kurzwelle empfängt internationale Sender, hilft bei lokalen Warnungen aber kaum. Ein Wetterband wie „NOAA“ oder „WB“ sendet in den USA und bringt dir hier nichts. Rechne diese Bänder nicht als Pluspunkt.
Energiequellen: Auf Batterien kommt es an
Ein Akku altert und entlädt sich in der Lagerung langsam. Ein Radio mit Batteriefach für AAA oder AA startest du dagegen mit Vorratsbatterien jederzeit neu. Das passt zur BBK-Empfehlung, ein Radio samt Batterien bereitzuhalten. Philips rät bei Nichtbenutzung, den eingebauten Akku alle sechs Monate auf etwa 50 Prozent zu laden. Plane diesen Termin fest ein.
Wie viel bringt die Kurbel wirklich?
Die Kurbel ist die letzte Reserve, nicht der Normalfall. Philips nennt im Handbuch rund 60 Minuten Radio nach 25 Minuten Kurbeln bei 120 Umdrehungen pro Minute. Die Stiftung Warentest nennt im Digitalradio-Test (test 10/2023) als Besonderheit der Kurbelradios: Eine Minute kurbeln ermöglicht zwei Minuten Radiohören. Beide Zahlen zeigen die Größenordnung. Versprechen wie „in 3 Minuten geladen“ in Produkttexten solltest du als Herstellerangabe lesen. Die Solarzelle ist ähnlich begrenzt: Philips nennt etwa 30 Minuten Radio nach 60 Minuten bei sehr starker Sonne (über 60.000 Lux).
Akkugröße und Powerbank-Funktion
Die Angabe in mAh zeigt die Akkugröße. Ein 12.000-mAh-Akku speichert grob das Sechsfache eines 2.000-mAh-Akkus. Eine Powerbank-Funktion ist nützlich, um das Smartphone kurz für Nachrichten oder Anrufe zu laden. Beachte aber: Jede Handyladung leert die Reserve, die das Radio braucht. Das Radio hat Vorrang.
Licht, Schutz und Bedienung
LED-Lampe und SOS-Alarm sind bei allen Modellen Standard. IPX4 schützt vor Spritzwasser, IPX6 vor starkem Strahlwasser, Untertauchen ist damit nicht abgedeckt. Achte auf große Tasten, eine Teleskopantenne und einen Lautstärkeregler, den du im Dunkeln findest.
Welches Modell passt zu wem?
- Standard-Haushalt, Wohnung oder Reihenhaus: Das Philips TAR1609 deckt das Wesentliche ab. Du legst drei AAA-Batterien daneben und hast eine Reserve, die ohne Akku und Kurbel startet.
- DAB+ und große Reserve: Das ROCAM CR1030DAB passt, wenn du ohnehin DAB+ hörst und das Radio zugleich als Powerbank nutzen willst. Du brauchst Platz und musst den Akku regelmäßig per USB-C nachladen.
- DAB+ in handlich: Das ROCAM CR1009PRO DAB ist leichter und genügt, wenn die Powerbank-Funktion nebensächlich ist.
- Klein und leicht: Das SZPACMATE 086 ist ein Zweitgerät für Notfallrucksack oder Auto, kein Hauptgerät für lange Ausfälle.
Auf notvorrat-kaufen.de findest du dazu passende Hinweise zu Warnwegen und zur Lagerung von Ersatzbatterien.
So bleibt dein Notfallradio einsatzbereit
- Lege drei neue Batterien des passenden Typs neben das Radio, nicht hinein, wenn du es lange nicht nutzt. So vermeidest du ausgelaufene Zellen.
- Lade den Akku alle sechs Monate nach. Trage dir den Termin in den Kalender ein.
- Speichere deine lokalen Sender, bevor du sie brauchst. Teste den Empfang an dem Platz, an dem das Radio im Ernstfall liegt.
- Probiere die Kurbel einmal aus, damit du weißt, wie anstrengend sie ist.
- Bewahre Radio, Batterien und Taschenlampe an einem festen, trockenen Ort auf, den alle im Haushalt kennen.
Wie viel Vorrat dein Haushalt insgesamt braucht, rechnet der Notvorrat-Rechner aus. Fachbegriffe erklärt das Glossar.
Unsere Wahl für die meisten Haushalte
Philips TAR1609/00: Für Haushalte, die ein einfaches, gut dokumentiertes Notfallradio mit AAA-Reserve wollen und DAB+ noch nicht brauchen.
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Brauche ich zusätzlich zur Kurbel noch Batterien?
Wir empfehlen es. Das BBK nennt ein batteriebetriebenes Radio samt Batterien oder ein Kurbelradio. Batterien sind die schnellste und kräftesparende Reserve, die Kurbel ist die letzte Stufe, wenn alles andere leer ist.
Ist DAB+ im Notfall besser als UKW?
Nicht automatisch. UKW ist einfach und braucht wenig Strom, DAB+ bietet mehr Programme und löst UKW laut BBK ab 2031 bis 2037 ab. Ein Radio mit beiden Empfangsarten ist die sicherste Wahl.
Ersetzt Cell Broadcast das Radio?
Nein. Cell Broadcast läuft in Deutschland seit dem 23.02.2023 und braucht kein Registrieren oder Installieren. Dein Handy muss aber eingeschaltet und mit dem Mobilfunknetz verbunden sein. Fällt das Netz aus, kommen auch diese Warnungen nicht mehr an. Das Radio bleibt als zweiter Weg.
Wie lange muss ich kurbeln?
Philips nennt für sein Modell rund 25 Minuten Kurbeln bei 120 Umdrehungen pro Minute für etwa 60 Minuten Radio. Andere Hersteller werben mit deutlich kürzeren Zeiten, belegen sie aber meist nicht. Nutze die Kurbel als Notreserve.
Gibt es Notfallradios, die sich bei Warnungen von selbst einschalten?
Das BBK kündigte für Ende 2025 eine neue Radiogeneration mit „Aufwachmodus“ an, die sich bei einer Warnung automatisch einschaltet. In den Produktdaten der hier vorgestellten Modelle ist diese Funktion nicht genannt.
Wie oft sollte ich das Radio testen?
Schalte es mindestens zweimal im Jahr ein, lade den Akku nach und prüfe die Reservebatterien. Philips empfiehlt bei Nichtbenutzung, den Akku alle sechs Monate auf etwa 50 Prozent zu laden.
Fazit
Ein Notfallradio gehört in den Notvorrat, weil Radio auch dann noch empfangbar ist, wenn Warn-Apps und Handy-Warnungen ausfallen. Für die meisten Haushalte genügt ein Standardgerät mit AAA-Reserve; wer vorausplant, nimmt eines mit DAB+. Die Kurbel ist eine Reserve für den Notfall, kein Dauerantrieb, deshalb zählen Batterien im Schrank mehr als jedes Zusatzfeature.
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- BBK: Vorsorgen für Krisen und Katastrophen (Ratgeber, Stand 11/2025)
- BBK: In der Krise informiert sein (DAB+/UKW, Aufwachmodus)
- BBK: Vorsorge und Handeln bei Stromausfall
- Stiftung Warentest: Digitalradios im Test (test 10/2023, 35 Radios, davon 16 mit Batterie/Akku)
- Stiftung Warentest: Radios mit Batterie und Kurbelradios im Test (2023)
- Philips TAR1609: Benutzerhandbuch (Laufzeiten, Kurbel, Solar)
- Verbraucherzentrale: Cell Broadcast, Warnsystem für Katastrophen in Deutschland
- Küchenfibel: Wird noch auf Mittelwelle gesendet? (Abschaltung Ende 2015)
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